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Heliobacter pylori - der Magenkeim

Jede zweite Person trägt ihn in sich: Helicobacter pylori. Er gehört damit weltweit zu einer der häufigsten chronischen bakteriellen Infektionen. Sie nimmt mit steigendem Lebensalter zu.

Da im Magen durch die Produktion von Salzsäure ein sehr niedriger pH-Wert vorherrscht, findet man dort normalerweise keine Bakterien. Helicobacter pylori besitzt jedoch die Fähigkeit, sich trotz der aggressiven Magensäure und der dicken Schleimschicht, die den Magen auskleidet, in die Zellen der Magenschleimhaut einzunisten. Häufig ruft diese Besiedlung keine Beschwerden hervor, so dass sie unbemerkt bleibt. Manchmal entstehen infolge der bakteriellen Besiedlung der Magenschleimhaut aber Folgeerkrankungen wie Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre. Langfristig erhöht der Keim das Magenkrebsrisiko, und er ist auch für das MALT-Lymphom, einen seltenen Lymphdrüsenkrebs, verantwortlich.

Heliobacter pylori kann im Stuhl, Speichel und Zahnbelag nachgewiesen werden. Die meisten Menschen infizieren sich vermutlich bereits im Kindesalter. Studien zufolge wird der stäbchenförmige Magenkeim fast ausschließlich von Mensch zu Mensch übertragen, hauptsächlich über den Mund oder über Fäkalien. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass ungünstige hygienische Verhältnisse und häufige Durchfallerkrankungen die Übertragung begünstigen.

Folgende Oberbauchbeschwerden können auf eine Infektion hinweisen:

  • Brennen und/oder Druck
  • Reizmagen (Dyspepsie), mit Beschwerden wie Sodbrennen, Blähungen Durchfall, Übelkeit und Erbrechen

Bei Verdacht auf eine Helicobacter-pylori-Infektion bieten besondere Testverfahren wie der 13C-Harnstoff-Atemtest die Möglichkeit, die Diagnose zu festigen. 13C ist eine natürlich vorkommende, nicht radioaktive und deshalb ungefährliche Form des Kohlenstoffs, die zur Markierung in den Harnstoff eingebaut wird. Bei der Zersetzung durch Helicobacter-Bakterien im Magen entsteht 13C-markiertes Kohlendioxidgas, das in der Ausatemluft gemessen wird. Der Test dauert ca. 30 Minuten. Die Auswertung erfolgt im Labor, das Ergebnis liefert in der Regel einen eindeutigen Befund. Eine Magenspiegelung (Gastroskopie) erlaubt es dem untersuchenden Arzt außerdem, eine kleine Gewebeprobe (Biopsie) zu entnehmen. Im Labor zeigt sich dann, ob das Bakterium Helicobacter pylori die Magenschleimhaut befallen hat oder nicht.

Der Nachweis kann auch in einer Stuhlprobe erfolgen. In einer Kultur wird der Erreger angezüchtet und nachgewiesen. Dieses Verfahren eignet sich gut bei Kindern.


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