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Durchfall

Was ist Durchfall?

Wenn z.B. Krankheitserreger oder Gifte die Darmflora stören oder die Zellen der Darmschleimhaut schädigen, kann diese ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen. Das Wasser aus dem Nahrungsbrei wird nicht entzogen und der Darminhalt bleibt flüssiger als sonst. Der Körper versucht dann, die schädlichen Eindringlinge möglichst schnell wieder auszuscheiden. Dabei gibt er noch mehr Wasser und auch Elektrolyte (Mineralsalze) ab. Von Durchfall oder Diarrhoe spricht man, wenn häufiger als dreimal am Tag ungeformte, breiige oder wässrige Stühle auftreten. Bei akutem Durchfall dauern die Beschwerden einige Tage und heilen meistens ohne weitere Maßnahmen ab. Bei chronischem Durchfall treten die Symptome über mehrere Wochen immer wieder kurz hintereinander auf. Weil der Wasser- und Elektrolytverlust gefährlich werden kann, ist dann eine Therapie erforderlich. Weltweit erkranken pro Jahr schätzungsweise rund 4 Milliarden Menschen an Durchfall. 7,5 Millionen Menschen sterben an den Folgen.

Durchfall kann ganz unterschiedliche Ursachen haben:

  • Infektionen: Etwa ein Drittel aller Durchfall-Erkrankungen wird durch Viren ausgelöst, z.B. durch Adenoviren, Rotaviren oder Noroviren. Aber auch Bakterien, z.B. Salmonellen oder auch Parasiten können Durchfall hervorrufen.
  • Medikamente: Bei manchen Medikamenten wie Antibiotika oder Zytostatika wird Durchfall als Nebenwirkung beschrieben.
  • Gifte: Nicht nur Bakterien sondern auch ihre Stoffwechselprodukte können die Verdauung stören. Das ist häufig bei Lebensmittelvergiftungen der Fall. Auch Schwermetalle können die Symptome verursachen.
  • Nahrungsmittelallergie: Auch bei Allergien, z.B. gegen Eiweiß, Erdbeeren oder Nüsse, Nahrungsmittelallergien kann der Körper mit Durchfall reagieren.
  • Laktoseintoleranz: Bei Laktoseintoleranz fehlt das Enzym Laktase, das Milchzucker im Darm zu Glucose und Galactose ganz oder teilweise. Stattdessen wird dann Laktose im Dickdarm von Bakterien gespalten. Dabei kann es zu Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen kommen.
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Morbus Crohn, das Reizdarmsyndrom und Colitis Ulcerosa sind chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, die die Darmschleimhaut schädigen und den Wasserhaushalt im Darmstören können.
  • Stress: Angst und Stress können sich auf den gesamten Magen-Darm-Trakt auswirken und führen bei vielen Menschen leicht zu Durchfall.

Was kann man selber tun?

Das größte Problem bei Durchfall ist der Wasser- und Elektrolytverlust. Die wichtigste Maßnahme besteht deshalb darin, viel zu trinken, um die Flüssigkeit zu ersetzen. In schweren Fällen sollte man am Anfang wenig bis gar nichts zu essen, auf eine ausreichende Trinkmenge muss aber unbedingt geachtet werden. Mit magenschonender Kost kann man dann allmählich wieder anfangen zu essen.

Wann zum Arzt?

  • wenn der Durchfall sehr stark ist oder länger als eine Woche anhält
  • bei Blut, Schleim oder Eiter im Stuhl
  • wenn neben dem Durchfall andere Symptome wie hohes Fieber, Gelenkschmerzen oder ein allgemeines Krankheitsgefühl auftreten
  • wenn es Anzeichen für eine beginnende Austrocknung gibt, z.B. ein trockener Mund, wenig oder dunkler Urin, Benommenheit, Kreislaufbeschwerden
  • wenn der Durchfall kurz nach einer Fernreise auftritt
  • wenn kleine Kinder oder ältere Menschen betroffen sind
  • wenn der Flüssigkeitsverlust z.B. wegen zu starker Übelkeit nicht über das Trinken ausgeglichen werden kann

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